Liebe Lehrer beschwert euch nie wieder über Abiturfeiern in Deutschland…

Ich hatte ja noch angekündigt über die norwegischen Abitur-Feierlichkeiten zu berichten. Das kommt ja ziemlich spät, da diese Zeit schon ein bisschen her ist, aber, aber trotzdem halt…
Die Norweger haben 13 Jahre Schule und am Ende des dritten Jahres hat man Abitur Examen, ähnlich wie bei uns. Wenn man mit der Schule fertig ist gibt es hier grosse, sehr grosse Feierlichkeiten. Zwischen dem 1. Mai (Die Arbeiterbewegung ist sehr tief in der norwegischen Kultur verankert) und dem 17. Mai. (Aufmerksame Leser meines blogges sollten wissen warum 17. Mai…) Diese Zeit ist die sogenannte „Russeitda“ (Russ = Abitur, hat nichts mit Russen oder so zu tun, heisst aber trotzdem so…) Die Abiturienten heissen in dieser Zeit schlicht „Russ“ was auch nichts mit Russen zu tun hat, wobei der russische Austauschschüler der hier ist doch sehr verwirrt war, dass auf einmal alle „Russ“ waren. Es gibt sehr viele Traditionen für diese Zeit und alle Lehrer sollten diesen Bericht lesen und sich danach nicht mehr beschweren, dass Deutschen Abiturienten zuviele komische Sachen machen.
Ein kompletter „Russ“ besteht zuerst einmal aus drei Sachen:
Zuerst einmal hat jeder Russ seine Latzhose, die man während der gesamten Russtid nicht ausziehen darf, wenn man es tut wird ein Bein abgeschnitten. Also ein Hosenbein, nicht das von dem Menschen, das war vermutlich in der Wikingerzeit so. Die Latzhosen haben verschiedene Farben je nach dem welchen Schulzweig man hat. Die meisten sind rot, weil das der allgemeine Zweig ist, jedoch gibt es auch einige die schwarz, blau oder grün haben. Wenn ich „Russ“ wäre hätte ich eine rote Hose bekommen, weil ich den Sportzweig habe. An diesen Hosen kann man also immer gleich erkennen, wer „Russ“ ist und die ganze „Stadt“ scheint voll von roten Latzhosen zu sein. Genau wie seine Latzhose muss ein „Russ“ auch immer seine „Russekort“ bei sich haben. Das sind so in etwas Visitenkarten, die sich jeder selbst gestalltet und dann mehrer hundert drucken lässt. Darauf ist meistens ein Foto, persönlichen Daten und irgendwelche lustigen Sprüche. (Also meistens sind sie nur für besoffene „Russ“ lustig…) Die Farbe der Karte ist die selbe wie die Latzhose, also meistens rot. Der Sinn von diesen Karten ist unergründlich, jedoch sammeln alle Kinder begeistert diese Karten. Alle norwegischen Kinder haben zu Hause eine Karton mit gesammelten „Russekort“ von meist fremden Jugendlichen. Dabei ist es besonders cool, wenn man seltene Farben, wie grün oder blau bekommt. Deshalb laufen zwischen dem 1. und 17. Mai immer alle Kinder hinter den Jugendlichen mit den Latzhosen her und betteln um Karten. Was die Kinder mit den Karten eigentlich mache und woher diese Tradition kommt weiss keiner, aber vielleicht sitzen sie ja heimlich zusammen und benutzen sie wie Pokemon Karten…


Kinder die fleissig am Karten sammeln sind die die Russ am 17. Mai bei den Nationaltagsfeierlichkeiten verteilen.
Dann hat noch ein jeder Abschlussschüler eine lustige Mütze, die in der Farbe des Zweiges ist. Diese Mütze („Russelue“) spielt eine sehr zentrale Rolle. Denn jetzt kommen wir wohl zu der lustigsten oder verrücktesten Sache in der „Russetid“. Die „Russeknuter“ sind Aufgaben die man erfüllen kann. Wenn man eine Aufgabe erfüllt hat bekommt man einen bestimmten Gegenstand die man sie an seine Mütze binden kann. Die Aufgaben werden von einer Art Abiturkomite festgelegt. An meiner Schule gibt es 111 davon.
So ihr steht jetzt bestimmt verwirrt dort und fragt euch: „hä was für Aufgaben und Gegenstände und wozu das ganze?“ Die Frage nach dem wozu könnt ihr euch sparen, es ist einfach aus Spass an der Freude. Aber damit ihr euch das ein bisschen vorstellen könnte hier ein par Beispiele. Die Aufgaben sind sehr verschieden, es gibt harmlose lustige, irgendwelche Ess- und Saufgeschichten, ein bisschen gemeine und auch ein par Sachen die mit Sex usw zu tun haben und auch ein par sehr nette, wo man eine gute Tat begehen muss
Ich fange mal mit ein par harmlosen, die ich ganz lustig finde…

- Vor dem ersten Janur im Fjord oder Fluss baden (man bekommt davor einen Eisstil an seine Mütze)
- Unterhalte Menschen im Kino bevor der Film beginnt ( Kinoticket)
- Einen Tag eine andere Sprache (oder anderen Dialekt sprechen (Fagge des Landes, Foto eines Promis der den Dialekt spricht)
- Übernachte im Garten von einem Lehrer (Blume aus dem Garten)
- Starte eine Unterschriftenkampagne für etwas total unnotwendiges und sammle mindestens 30 Unterschriften (Radiergummi)
und und und… Wer es lustig findet, dem erzähle ich noch mehr

Ess- und Saufsachen sind die Dinge wie ein Big-mag in drei Sekunden essen, sich mit verbundenen Augen gegenseitig mit Yougurt füttern oder eine FLasche Wein mit einem Tampong im Mund drinken usw…
Die gemeinen Sachen drehen sich meistens um die armen erstklässler (also 11klässler) die entführt werden sollen, denen ihr Fühstück geklaut werden soll oder die bezahlt werden sollen, damit sie für eine Pause der Sklave eines „Russ“ sein soll… Der gemeinste den es eigentlich gibt, ist durch eine Grundschule zu gehen, ohne eine einzige „Russekort“ zu verteilen.
Die Sex Sachen sind teilweise ziemlich heftig, zB „habe draussen sicheren Sex“ oder „Sex mit einem Erstklässler“ oder „renne nackt über die Brücke oder sitzte nackt eine ganze Frühstückspause in der Kantine.
Es gibt aber auch gute Dinge wie „Süssigkeiten ist das Fenster eine Grundschule schmeissen, an der Geld Sammel Aktion der Abiturienten für eine guten Zwecke teilnehmen. Oder EInen Wildfremmden mit einem „Russebuss“ abholen und ihn hinfahren wo er will. Ein Russebuss ist ein alter Buss, er zu einer Art Partybuss ungemaut wird mit dem man in der Russzeit rumfährt. Einige sind ziemlich, ziemlich heftig und jedes Jahr gibt es einem Wettbewerb welche Schule den Besten Bus hat. Allerding haben nicht alle so einen Buss, meine Schule hatte nur einen.
SO jetzt habt ihr über ein par Russeknuter (Knute = Knote) erfahren, es gibt aber noch unzählige andere, die auch sehr lustig sind und noch ein par die die meisten, also ich nicht so lustig finde. Ich bin ja im zweiten Jahr also nicht im dritten wie die Russ und habe nicht so viel mit denen zu tun, aber ich kenne ein par vom Leichahtletik und habe auch eine lustige Russknuter live miterlebt. Zum Beispiel habe ich mehrere Menschen gesehen die eine Krabbe an eine Leine in der Schule rumführen und sie wie ein Haustier behandeln oder Menschen die auf Skiern (ohne Schnee) von der Schule in die Stadt gelaufen sind. Fast alltäglich war es auch, dass Motoroller von erst und zweitklässer versteckt wurden oder versucht wurde irgendwelchen Schülern das Essen zu klauen oder einen Bart zumalen.


Russ mit Mütze und Gegenstände für erfüllte Knoten

Naja es gibt noch viele andere lustige Traditionen und natürlich sehr viel Party und viel Saufen…
Dass war dann ein kleiner Einblick, fragt mich einfach, wenn ihr irgendwas nicht verstanden habt oder noch mehr wissen wollt.
Ihr könnt euch ja denken wer Abi am Rats 2012 revolutionieren wird…

Kranke Mischung aus Karneval und Schützenfest…

Im Bezug auf seinen Nationalstolz ist Norwegen ziemlich in der Zeit der Nationalromantik hängen geblieben. (Böse Zungen behaupten sie wären ohne das Öl auch in anderen Bereichen im 19. Jahrhundert…) Der Nationalfeiertag, am 17. Mai hat eindrücklich gezeigt wie toll die Norweger Norwegen finden. Der 17. Mai ist Nationalfeiertag, weil sie für ein par Tage 1814 unabhängig von Dänemark wurden und danach aber gleich an Schweden fielen. Auf jeden Fall haben es die Norweger am 17. Mai 1814 geschafft sich eine Verfassung schreiben. Diese Ereignis wird bis heute sehr gross gefeiert. Während sich die meisten in Deutschland fragen warum sie jedes Jahr aufs neue ausgerechnet am 3. Oktober ausschlafen dürfen, freuen sich die Norweger Wochenlang auf diesen Tag, besonders alle Kinder lieben den Tag. Alles ist mit norwegischen Flaggen geschmückt. Von Balkonfähnchen über Haarspangen in rot-weiss-blau bis zu Frühstücksservierten, ist alles mit der norwegischen Fahne geschmückt. Sehr speziell ist die Kleidung, die man trägt. Die meisten Frauen tragen die Nationaltracht, einen „Bunad“ Eine Art buntes Kleid, natürlich hat jede Region ihre eigene Tracht, auf die alle sehr stolz sind. Die Trachten sind bunt und sehen sehr schön aus, was auch an den hübschen Norwegerinnen liegen könnte, die sie tragen. Die Tracht bekommt man zu seiner Konfirmation, aus dem Grund dass die Teile einfach schweineteuer sind. Die meisten Männer tragen normale Anzüge, jedoch gibt es auch einige Männer, die Trachten tragen, die auch sehr schön sind. Trotzdem habe ich mir gut meine deutschen Freunde vorstellen können, die sicher herzlich gelacht hätte alle in alten Trachten zu sehen. (oder mich im Anzug -.-)
Hier das Foto von meiner Familie:

Meine Gastmutter und ältere Gastschwester im tradiotionellen Trønderbunad, meine kleine Schwester in einer Art Kindertracht, weil sie noch nicht Konfirmiert ist.

Zugezogene haben natürlich die Tracht aus ihrer Heimatregion an und auch Menschen aus anderen Ländern haben ihre Trachten an.
Am Morgen haben wir den Umzug in unserem Stadtteil gesehen, wo alle Schul- und Kindergartenkinder zu Marschsmusik norwegische Fähnchen wedeln und begeistert „Hipp hipp hurra – Norge er bra!“ rufen (auf deutsch ergibt es den unglaublichen krativen Satz: „Hipp Hipp Hurra Norwegen ist gut!“) Danach treffen sich alle bei der Schule, wo es reden und die Nationalhymne gab. Danach gab’s viel Kuchen und natürlich Eis und Würstchen, das typische Essen für den 17. Mai. Viele Kinder haben Wettbewerbe, wer am meisten Eis essen kann und auch ich habe mich der Herausforderung gestellt und habe mit 6 1/2 ein Unentschieden gegen meine kleine Schwester gezeigt. Danach waren wir zu Hause und haben „Sodd“ gegessen. Ein unglaublich gutes Gericht. Eine Art Suppe (Erzählt es nicht den Norwegern, dass ich es Suppe genannt habe, das ist es nämlich angeblich nicht) die aus Fleischbällchen, Möhren, Kartoffeln und Fleischstücken besteht:

Nach dem Essen gab es in der Stadt noch einen Umzug, genau wie der im Ort, nur viel grosser und alle Vereine sind mitgegangen und haben sich präsentiert. Mir war nicht bewusst, dass es so viele Menschen in der kleinen Stadt hier gibt, es waren wohl auch wirklich alle Menschen auf der Strasse und haben gefeiert. Es war sehr lustig alle Klassenkameradinnen in ihren Trachten zu sehen. Am Ende des Umzuges gehen tradiotionell die Abiturienten. Wenn man in Norwegen mit der Schule fertig ist, hat mein ein riesiges Fest vom 1. bis zum 17. Mai mit sehr, sehr vielen, sehr, sehr lustigen Traditionen. Eine Tradiotion ist zum Beispiel, dass alle roten, schwarze, grüne oder blaue (Farbe kommt auf den Zweig an) anhaben, die man nicht während der Abiturzeit wechseln darf. Das heisst ganz Norwegen ist herausgeputzt in Tracht oder Anzug und nur die Abiturienten haben schmudelige Latzhosen an. Aber die Abiturzeit („Russ“) ist einen eigenen Artikel wert, den sich jeder Lehrer durchlesen sollte und dann bitter nie wieder über die Kleinigkeiten beschweren sollte, die deutsche Abiturienten machen… AUf jeden Fall hier noch ein FOto von den Abiturienten:

Im Hintergrund ein Russbuss, ein BUss der nur für die 17 Festtage zu „partybussen“ umgebaut wird. Im Vordergrund sieht man Kinder, die fleissig am Russkort sammeln sind. KArten die jeder Abituierent hat, so eine Art lustige Visitenkarte, die alle Kinder sammeln (fragt mich nicht nach Gründen und nein Sinn macht es keinen)
ABer dazu bald mehr ;)

„Danke für heute, Herr Lehrer“

Wir der Titel wohl möglich verrät, soll es diesmal um das norwegische Schulsystem gehen. Natürlich ist die Überschrift an sich ziemlich falsch. Zum einen ist sie richtig: es kommt öfters vor, dass sich die Schüler nach der Stunde beim Lehrer bedanken, jedoch würde ja ein Schüler nie auf die Idee kommen den Lehrer mit „Herr“ oder „Frau“ anzureden. Diese Formen gibt es im norwegischen eigentlich gar nicht und jeder wird mit „Du“ und seinem Vornamen angeredet. By the way: ich lese gerade eine norwegische Übersetzung von Günther Wallraff. Es muss ein ziemlicher Krampf für den Übersetzer gewesen sein, ständig das norwegische Wort für „Sie“ (plural) für eine einzelne Person zu verwenden und irgendwie liest sich die Sprache nicht besonders gut, weil man stark merkt, dass es eigentlich deutsch ist. Aber ich wollte ja über die Schule erzählen und nicht über die Sprache. Jedoch glaube ich, dass ich bald nochmal einen Eintrag über die Sprache schreiben sollte, sonst hat jeder andere Eintrag irgendein Bruchstück über die Sprache…
Wie die meisten Leser hier wissen (sollten) stehe ich dem deutschen Schulsystem, mit seiner elitären Aussortierung, sehr kritisch gegenüber. Aus diesem Grund muss man diesen Eintrag wohl etwas mit Vorsicht geniessen. Ich muss zugeben, dass ich von Anfang an gehofft habe hier ein Norwegen ein Schulsystem nach meinen Vorstellungen vorfinden zu können – was sich natürlich als Wunschdenken herausstellen musste.
Jedoch ist die norwegische Schule dem deutschen in vielen Punkten auch ohne durch die „Bildungsstreikbrille“ zu gucken überlegen und auch Auswirkungen auf die norwegische Gesellschaft sind in vielen Bereichen positiv zu spüren. [Ich hatte eigentlich heute vor einen langen Eintrag über die norwegische Gesellschaft zu schreiben, war mir aber irgendwie ein bisschen unsicher. Finde es doch etwas gefährlich eine ganze Gruppe nach meinen Erfahrungen zu beurteilen.] Ich versuche jedoch auch die vorhandenen negativen Seiten des Schulsystems zu beleuchten.
Aber ich sollte wohl ganz am Anfang den gesamten Aufbau der Ausbildung beschreiben. Mit den Kindergärten ist es genauso wie bei uns geregelt: keine Pflicht, aber Kostenpflichtig. Für mich ein erster negativer Punkt, da es in meinen Augen sehr viel Sinn gäbe, wenn alle Kinder einen Kindergarten besuchen würden. Vorallem, weil der norwegische Staat, dazu wirklich genug Geld hätte. Mit sechs Jahren wird man in die „barneskole“ eingeschult. Sie entspricht ziemlich einer deutschen Grundschule. Die Kinder besuchen sie jedoch für sieben Jahre und natürlich ist es eine Schule für alle, was wirklich alle einschliesst, worauf ich später genauer eingehen möchte.
Nach sieben Jahren Grundschule kommen alle auf die „ungdomsskole“ (Jugendschule), die man von der Klasse 8-10 besucht. Auch diese Schule ist eine Gemeinschaftsschule. Danach kann man die „vidergåendeskole“ besuchen, die weiterführende Schule. Der Besuch ist nicht Pflicht jedoch, werden Schüler, die sie nicht besuchen, von Sozialarbeitern besucht um die Gründe zu erfahren, um ihnen gegebenenfalls helfen zu können. Deswegen besuchen so gut wie alle diese Schule bis zur Klasse 13 und fast alle Norweger machen ihr Abitur. Diese Schule unterscheidet sich sehr deutlich von unseren gymnasialen Oberstufen. Es gibt 13. verschiedene Zweige, die man wählen kann. Das geht von Theater, Musik und Kunst, über Ernährung und Gesundheit, Design und Kunst, Ingenieurstechnik zu Sport, den Zweig den ich besuche. Natürlich kann man auch Zweige wählen, die ähnlich wie unsere Oberstufe sind wie „Naturwissenschaften“ „Wirtschaft“ oder auch einfach „normal“.

Alle diese Schule sind integrative Gemeinschaftsschulen. Natürlich gibt es auch hier die Diskussion ob es nicht sinnvoller wäre Menschen mit Behinderung auf eine spezielle Schule zu schicken, was für den Staat natürlich billiger wäre und vielleicht auch von manchen Schülern mit Behinderungen als gut empfunden würde, nicht mehr etwas „spezielles“ zu sein. Jedoch entscheidet sich der norwegische Staat ganz bewusst für eine Gemeinschaftsschule, die ihren Namen verdient. In meinen Augen, die richtige Entscheidung. Die Schüler mit Behinderung werden eben nicht als etwas „spezielles“ angesehen sondern als normaler Teil der Schule. So werden menschen mit Behinderung werden nicht ausgeblendet und wenn es gut läuft mit einem „du tust mir aber Leid“ bedacht, sondern sind ganz selbstverständlich ein Teil der Gesellschaft. Keiner schaut sie schräg, ängstlich oder gar abschätzend an. An meiner Schule arbeiten viele Menschen mit Behinderung, zum Beispiel in der Bibliothek.

Gewisse Deutsche Parteien sehen es ja als wichtigste Aufgabe der Schule einen gewissen Teil auf das bestmöglichste Niveau zu bringen. Negative Nebeneffekte wie ungerechte Bildungschancen für verschiedene Schichten, oder eben eine schlechtere Integrierung von Menschen mit Behinderungen, werden in einer von Leistung bestimmten Gesellschaft höchstens in hübschen Reeden erwähnt, aber auf keinen Fall für eine wichtige Aufgabe des Schulsystemes gesehen. Die Grundphilosophie in Norwegen hingegen ist genau entgegengesetzt. Alle sollen ihre eigenen Fähigkeiten so gut wie Möglichkeiten so gut wie möglich ausbauen können, ohne einem zu grossen Druck ausgesetzt zu sein. Das Schulsystem ist einer der wichtigsten Schlüssel zu einer Gesellschaft mit so wenig wie möglich Klassenunterschieden. Da so gut wie Alle ein sehr hohe Grundausbildung haben und alle zumindest annähernde die gleichen Bildungschancen haben klaffen die Löhne nicht in so völlig begründungslosen Höhen auseinander wie in anderen Ländern. Das Konzept geht auf. Man merkt keine deutlichen Unterschiede zwischen verschiedenen Einkommensunterschieden. Ich habe nicht das Gefühle, dass es Norwegern wichtig ist, wie viele andere verdienen: Alle sind ein Teil der Gesellschaft. Weshalb man Norwegen getrost das wohl sozialistischste Land der Welt nennen kann. In meinem Politikbuch steht übrigens auch, dass Norwegen eine Mischwirtschaft aus Sozialismus und Kapitalismus hat, was mir auf dem ersten Blick auch komisch vorkam. Jedoch stimmt es, dass viele grosse Firmen im Staatsbesitz sind und auf Öl zum Beispiel astronomisch hohe Steuern für die Firmen sind, die in das unglaublich gute finanzierte Schul- und Sozialsystem fliesen. eine Dass in Deutschland anscheinend alle Kinder im Alter von zehn Jahren auf dem gleichen Niveau sein müssen, löst bei Norwegern nur entsetztes Kopfschütteln aus. Darüber wird nun wirklich nicht nachgedacht.
Sehr beeindruckend ist das Schüler-Lehrer Verhältnis. Die Schüler sehen die Lehrer wirklich wirklich als Beigleiter gesehen. Die Schüler sehen sich als selbstverantwortlich für ihr Lernen. Der Lehrer soll ihnen dabei helfen, aber es ist keinesfalls die Aufgabe des Lehres den Schüler zum lernen zu zwingen, wie es bei uns ja wohl oder übel Gang und Gebe ist. Das Verhältnis von Lehrern und Schülern ist dadurch ausgesprochen gut. Die Lehrer werden mit Vornamen oder gar mit Spitznamen gerufen. (hab ich von einem Autauschschüler an einer anderen Schule erzählt bekommen) Angst vor dem Lehrer oder das typisch deutsche Gegeneinander arbeiten gibt es einfach nicht. Warum soll man gegen einen Lehrer arbeiten, der einen zu nichts zwingt sondern nur zur Hilfe steht. Ein wichtiger Teil dieser Beziehung sind auch die Gespräche die man sehr oft mit den Lehrern führt – bestimmt alle zwei Monate. Dort spricht man darüber, wie man sich selbst einschätzt, wie der Unterricht verbessert werden könnte und was man selbst zu seiner Verbesserung beitragen könnte. Das Druckmittel, das es gibt sind natürlich die Arbeiten, die ziemlich ähnlich wie bei uns geschrieben werden.
Die Schüler bekommen aber praktisch freigestellt wie viel sie dem Unterricht folgen möchte, wenn sie keinem anderen beim Lernen stören. Theoretisch ist es erlaubt zum Beispiel mit dem Handy rauszugehen um kurz mal zu telefonieren. Es ist also möglich sich in den meisten Fächern zurückzulehnen ohne das der Lehrer irgendetwas macht. Es gibt natürlich ein par Schüler die es so machen, aber der grösste Teil ist ganz ohne, dass die Lehrer darauf aufpassen müssten engagiert und arbeiten in den Stunden. Das Lernen ist also sehr selbstverantwortlich – oft wird nach Plänen gearbeitet und die Schüler dürfen selbst entscheiden, mit welchem Thema sie arbeiten wollen, also in welchen sie den grössten Verbesserungsbedarf haben, z.B. in Mathe arbeiten wir eigentlich nur so. Der Lehrer bietet an etwas an der Tafel oder mit dem PC zu erklären, aber wenn man das kann, kann man auch raus gehen und weiter rechnen. In Mathe funktioniert dieses System perfekt und davon bin ich wirklich beeindruckt. In Mathe machen wir viele Sachen die wir in Deutschland noch nicht hatten, weil die Schüler wissen, dass es wichtig sind und konzentriert arbeiten. Man hat auch zwei Stunden in der Woche in der man völlig frei arbeiten darf. Also man kann einfach frei haben, oder in einem Raum arbeiten, wo viele Lehrer anwesend sind, die einem helfen können. Viele nutzen das Angebot auch. Das ist leider nicht in allen Fächern. In manchen Fächern wie Gesellschaftskunde ist ein Grossteil der Klasse nicht wirklich interessiert, was auch an Lehrern liegt. Ja es gibt auch hier schlechte Lehrer, die einfach schlechten Unterricht machen. Der Unterricht ist nicht besser als in Deutschland. Meiner Meinung nach zuviel Frontal Unterricht und zuwenige kreative Methoden. Genau wie in Deutschland. Aber es kommt natürlich genauso auf den Lehrer an wie bei uns. Einige Lehrer machen tollen Unterricht, auch weil sie die Ressourcen dazu haben. Und dazu zum nächsten Punkt: Die unglaublich gute Ausstattung der Schule. Zum ersten ist es Beeindruckend, dass jeder Schuler einen Laptop bekommt. Man muss ihn ausleihen und 100 Euro im Jahr bezahlen, die man aber bei der Steuerabrechnung wieder bekommt. Natürlich haben die Laptops Vor- und Nachteile, man kann sie natürlich in vielen Fächern toll einsetzen. In Mathe, mit Konstruktionsprogrammen oder in vielen Fächern einfach zum recharchieren oder Präsentationen machen. Jedoch wird auf den Laptops auch immer alles geschrieben was anfällt. Das Problem ist natürlich, dass man mit so einem Laptop auch noch so einiges anderes machen kann, was dem Lernen nicht so behilflich ist: Internet, Spielchen und chatten usw…
Einige Schüler lassen sich natïrlich gerne davon ablenken. Der grosse Teil, benutzt sie allerdings wirklich sinnvoll und kontrolliert sich selber gut. Das passt gut in das Konzept der Schule: jeder ist für sich selbstverantwortlich und soll lernen wie er selbst am Besten lernen kann. Für mich war das nicht einfach, vorallem am Anfang, so selbstständig lernen zu müssen, ohne von einem Lehrer genau gesagt zu bekommen was man machen soll oder kontrolliert zu werden.
Die Computer sind natürlich, wie Computer halt so sind, oft kaputt oder haben irgendwelche anderen Probleme. Im Gegensatz zu meine Schule, wo zwei Lehrer die Job übernehmen müssen, gibt es hier mehrere Räume mit vier (?) Angestellten die sich nur mit den Computern beschäftigen. Dasselbe gilt für die grosse, gut ausgestattete Bibliothek, inder man in einer wirklich angenehmen Atmosphäre lernen kann. Auch diese Bibliothek hat viele Angestellte und nicht ein armer Lehrer muss in einer kleinen Dachkammer die Bücher an die Schüler verteilen.
Auch ansonsten ist die Schule sehr gut ausgestattet. Zum Beispiel mit Beamern in fast jedem Raum und sehr neuen Gebäuden. Auch gibt es bald zwei super neuen Sporthallen mit einer 200 Meter Rundbahn, was für eine Stadt mit 20.000 EInwohnern in Deutschland unmöglich wäre. Ausserdem bekommt meine Schule schon wieder einen Teil neu gebaut, obwohl sie zur Hälfte super neu ist und der andere Teil zwar schon älter ist, aber trotzdem viel besser ausgestattet ist als deutsche Schulen. Letztens war hier eine Gruppe deutscher Austauschschüler aus Oberstdorf für eine Woche an meiner Schule. Die waren unglaublich beeindruckt von der Schule. Sie meinten sie wären von sich an der Schule etwas ganz anderes gewohnt. Zum Beispiel einen Raum, den man nicht betreten darf ,weil er einsturzgefährdet ist. aber das muss ich ja auf einem deutschen Blog nicht erzählen…
Ich habe ziemlich lang für diesen Eintrag gebraucht und habe trotzdem alles schreiben können was es zu erzählen gibt.
Würde mich riesig freuen, wenn ihr irgendwelche Fragen hättet und sie mir auch stellt… ;)
Also: Takk for i dag kjære blog-leserer

Zwei Stunden südlich, drei Plätze nach vorn, danke MT

Das MT beweist mal wieder seine Qualität und hat meinen Tag, nachdem mein Gehirn in der Mathearbeit etwas versagt hatte, doch etwas aufgeheitert. Hier der Auszug, aus dem heutigen MT: (Meine Mutter hat mir geschrieben, dass da was „lesenswertes“ drinnen steht, nicht dass ihr noch denkt ich hätte das MT abonniert. Lese fleissig die Lokalzeitung hier, die dem MT auch nicht überlegen ist. (maximal eine Spalte über internationale Politik…)

„Obwohl er mit Platz 16 die Top Ten verpasst hat, muss hier die 200-m- Sprintleistung von Niklas Lämmel vom gleichen Verein genannt werden. In dieser Disziplin herrscht schon in der Jugend eine sehr hohe Leistungsdichte, und eine Platzierung ist sehr schwer. Seine Zeit von 23,38 Sekunden lag lediglich eine Sekunde über der des schnellsten westfälischen B-Jugendsprinters Maurice Huke aus der deutschen Sprinterhochburg TV Wattenscheid. Lämmel befindet sich zur Zeit auf einem Auslands-Aufenthalt und ist gerade mit der 4-x- 200-m-Staffel des norwegischen Vereins aus Trondheim Sieger der norwegischen Hallenmeisterschaften geworden.“

Also der erste Teil ist zweifellos richtig, aber jetzt auch nicht weltbewegend, um ihn auf meinem Blog zu veröffentlichen. Aber gut informierte unter euch werden wohl wissen, dass das MT mich geografisch um gut zwei Stunden nach Süden verschoben hat. Ich bin mir ganz sicher, dass mein Klubb nicht Trondheim sondern Steinkjer heisst.
Jedoch muss ich dem MT dankbar sein, unsere (zugegeben vollkommen uneingespielte und eigentlich eher aus Spasslaufend) Staffel einfach mal von Platz vier auf Platz eins zu verschieben.
Mich würde jedoch stark interssieren, von wem das MT diese Information bekommen hat und wer sie so lieb zu meinen Gunsten verändert hat. Aber vielen Dank dafür, und ich werde mich anstrengend bei den Jugendmeisterschaften eine gute Platzierung, nur für das MT zu holen. :) (Wobei mich dieser Blogeintrag ein bisschen daran hindert, weil mein Trainingsplan sagt „geh raus und lauf“ jedoch mich meine Kreativität zum blogen zwingt.
Die echte Staffel aus Trondheim (also die OHNE mich) ist übrigens knapp hinter uns, sehr zu Freuden von Steinkjer, fünfter geworden. Aber ich werde ihnen bei Gelegenheit erzählen, dass sie wenigstens in Minden für den norwegischen Meister gehalten werden.

Nur Text ist monoton

Genau! Deshalb einfach mal ein par nette Bilder mit nüchternen Kommentaren

Zugefrorener Fluss auf einer Skitur bei unserer Hytte.

Nordlicht, nicht besonders stark und auch nur grün, aber doch beeindruckend und einfach schön! Da radelt man nichtsahnend nach Hause und denkt über Gott (den gibt’s vielleicht garnicht!) und die Welt (die gibt’s vielleicht bald nicht mehr) und wundert sich warum der Himmel so grün ist (soll’s die Welt schon so bald nicht mehr geben?) Dabei war es nur elektrische Sonnenwinde, die über dem Nordpol in die Erdatmosphäre eintritt.

übern Berg.

Mondscheintur auf Skiern mit Kopflampen, deswegen das Licht da.

Norwegische Meisterschaften. Etwas ist falsch. Dass bei den norwegischen Meisterschaften schwedische Fahne hängt vielleicht. Gut da haben auch ein par Schweden teilgenommen, aber warum hangt dann da keine Deutsche für den hartkämpfenden Deutschen teilnehmer. Leider hatte ich als stolzer Deutscher ausnahmsweise nicht meine Ersatzflagge dabei…

Zugfahren in Norwegen. Über verschneite Berggipfel.

Internationale Oslo Tour. Ein Thailänder, ein Russen, zwei Franzosen und ein Deutscher der einmal für einen Franzosen und einmal für einen Dänen gehalten wurde.

Eine rethorische Frage über die gelblicher Farbe verbietet sich. Ich schreibe auch an dieser Stelle nichts über Troll-urin.

Werde wohl bald noch ein par mehr hochladen. Aber wenn ich gleichzeitig den Blog schreibe und Fernsehen schaue, verstehe ich das schwedisch da nicht -.-

Bin auf dem besten Weg durch Funk und Fernsehen bekannt zu werden.

Am gestrigen Tag war ich in den norwegischen Medien sehr präsent. Gut ich habe eigentlich garnichts tolles verbracht, bis auf die Tatsache, dass ich dänisch, Verzeihung deutsch bin. Das kam so: An meiner Schule wird eine neue Sporthalle gebaut. Aber nicht irgendeine Halle, sondern die beste und grösste Leichtathletikhalle Skandinaviens. Ich bin sehr eifersüchtig auf meine Vereinskameraden, die diese Halle ab April 2010 geniessen dürfen. Die Halle wird eine 200 meter Rundbahn mit 6 (!) Bahnen haben, dazu acht 60 meter Bahnen, Weitsprung und Stabhochsprung anlagen, sowieso eine 100 Meter Bahn! Gut die meisten Leser von diesem Blog (Ich wähle diese Formulierung, um nicht schreiben zu müssen: „Leser dieses Bloges, oder Blogs, Blogges?! Norweger machen das übrigens etwas so: statt eines Artikels bekommen die Wörter in der bestimmten Form eine Endung. Meine Gastschwester fragte mal nach der Adressen von „BlogEN din“, „hææ?! Was bedeutet blogen?!“ „Øøøhm Blog og Internet?!“ auch gerne sprechen Norweger von „Facebooka mi“ wenn sie über ihre Facebookseite reden :D ) Also die meisten Leser meines Bloges (oh jetzt ist die ganze Klammer da oben sinnlos geworden) wissen wahrscheinlich garnicht, wie toll diese Halle werden wird, also werde ich dann mal mit den Schwärmereien aufhören. Auf jedenfall bietet sie unglaublich gute Trainingsmöglichkeiten und es gibt nicht viele vergleichbare Hallen in Deutschland.
Deswegen war natürlich das Fernsehen und das Radio bei uns in der Schule bei der Grundsteinlegung. (Das norwegische Fernsehen sucht immer händeringend nach etwas, über das man berichten kann. Leider passiert das nicht so oft. Habe schon Berichte über die ü80 Meisterschaft der Damen im Kugelstossen gesehen – in den Hauptnachrichten!) Da wir als Leichtathleten die Gruppe sind für die die Halle praktisch gebaut wurde, wurden wir von dem Fernsehteam bei Training gefilmt. Hier der link: http://www1.nrk.no/nett-tv/klipp/613715
Ab Minute 14:15 ist der Bericht über diese unglaubliche Halle. Am Anfang bin ich beim Zirkeltraining sehen, in eine Haltung die mein Trainer Dexter in Deutschland vermutlich so kommentieren würde: „What makst du for eine schwangerschaftsgymnastikk?!“ Am Ende bei 16:20 sieht man dann nochmal mich vorbeilaufen. Dexter: „Du laufst wie eine Roboter, Niklas!“
Dann wurden wir noch von dem Radiosender gefragt, ob wir denn nicht Interviews geben könnten. Zurückhaltend wie Norweger sind wollte natürlich keiner und dann ist ihnen aufgefallen, dass es ja ganz toll wäre, wenn ich als Deutscher das machen könnte… Habe ich dann auch gemacht, aber dazu habe ich noch keinen link gefunden, habe es nur im Radio gehört.
Etwas später kam dann noch eine andere Radiofrau, die mich erstmal fragte ob ich ein Interview geben könnte und als ich sagte, dass ich das machen könnte, etwas verwirrt fragte, ob ich denn ein Däne sei… Das Interview war live und ich war schon etwas aufgeregt, weil ich keine Ahnung hatte was die Frau denn Fragen würde und ich also spontan irgendwas antworten musste. Das ging aber halbwegs gut: hier der Link: http://www1.nrk.no/nett-tv/klipp/613874
Der Bericht fängt etwa bei Minute 8 an und ich spreche bei 10:10. Auch sehr amüsant, für norwegisch verstehende Menschen, wie meine Vereinskameraden sehr „frisch und jugendlich“ („kjempe knall“ :D ) auf die Frage der Reporterin antwortet. Ich habe auf jeden Fall festgestellt, als ich mich selbstgehört habe, dass ich wirklich wie ein Südnorweger oder ein Däne spreche. Verdammt. :(

Jetzt habe ich mir die ganze Freude vertan euch das im Sommer zu erzählen

Ich dachte mal ich schreibe mal ein par von den Dingen auf, bei den ich nur dachte „lol das muss ich meinen Atzen erzählen“ oder für die etwas älteren: „Das ist aber lustig, dass muss ich meinen Freunden erzählen.

- Niemand in Norwegen schreibt mit einem Füller. Alle sind immer begeistern wenn ich Patrone wechsle oder killer. Weiss nicht wie oft ich schon begeistersten „Kinderaugen“ erklären musste wie man mit einem Füller schreibt und ich ihnen klar machen musste, dass man mit dem Tintenkiller nur Tinte wegmachen kann…

- In meinem Leichathletikverein ist die Freundin von einem norwegischen Skifahrer. (so etwas wie ein Halbgott) Hatte keine Ahnung, dass sie ihn überhaupt kennt. Habe ein bisschen über Olympia geplaudert. Kannte einen echt guten Witz über diesen Skifahrer. (Echt der ist gut, lernt norwegisch dann erzähle ich ihn) Habe den Witz erzählt und mich über ihr doch etwas eigenartiges grinsen gewundert. Ein par Stunden später dachte ich mich mein Vereinskollege würde mich nur verarschen als er mir erzählte mit wem sie zusammen ist. Der Bericht am nächsten Zeitung über Sie hat ihm dann aber recht gegeben.

- Wenn man einen Norweger fragt ob er mit der Politik zufrieden ist sagt er: „joaaa läuft doch oder, aber die Strassen die könnten besser sein.“ Schön wenn ein Land keine anderen Probleme hat. „Aber die Strassen die sind ja echt schlecht!“

- Wenn man einem Schüler fragt ob er die Schule gut findet antwortet er: „Ja, ist ganz gut nee, aber könnte ein bisschen strenger sein.“

- Ja Norweger essen viel Fisch, sind aber stolz, dass sie inzwischen wie der Rest der Welt entdeckt haben, dass man auch Tiefkühlpizza essen kann. Schon spassig, wenn man im Fernsehen „Der Untergang“ schauen will und der einem auf norwegisch von der Bielefelder Tiefkühlpizzafirma Dr. Oetker präsentiert wird. Aber zurück zu den Fischen. Entweder sind die Norweger übermässig krativ mit ihren Fischen oder der Rest der Welt hat noch nicht festgestellt was man aus diesen Tieren machen könnte:
In Lauge oder Salz und Zucker einlegen. Fischpudding, ja sieht aus und hat die Konsistenz von Pudding schmeckt aber nach Fisch. „Fischbrötchen“ wörtlich übersetzt also nicht wie in Deutschland sondern weisse klitschige unförmige Klumpen die man kocht. Fischstäbchen allerdings habe ich hier erst einmal gegessen?!
Ausserdem frage ich mich wer zur Hölle hat das Gerücht in die Welt gesetzt dass Deutsche viele Kartoffeln essen würden?! Norweger essen zu allem Kartoffeln. Letztens gab es Nudelauflauf. Mit Kartoffeln als Beilage. Gibt kaum ein Mittagessen zu dem es keine Kartoffeln gibt. Wenn also irgendwie von euch mir ein Willkommensessen kochen will und es lustig fände Kartoffeln zu machen, kann schonmal auf ein Grab sparen.

- Das erste norwegische Fernsehen überträgt 24 Stunden am Tag Olympia. 95% sind Wiederholungen der norwegischen Medaillen und das Geschrei der norwegischen Reporter dazu.

- Es ist möglich Stundelang über den richtigen Wachs für Skier zu diskutieren.

- Ab minus 20 Grad etwa gefrieren Nasenhaare, lustiges Gefühl.

- Die Hosen des norwegischen Curlingteams haben 300.000 Fans auf Facebook. Den Grund sehr ihr hier:

- Zwei Dosen haben so gut wie alle norwegischen Jungen in ihren Taschen. Zum ersten die Dose mit Haarwachs, fast alle haben immer eine halb Dose davon in den Haaren. Wieso gehört wohl zu den unergründlichen Dingen dieses Landes, genauso wie warum Norweger Fische in Laugen einlegen oder 20% eine Partei die wie eine Mischung aus Westerwelles spätrömischer Dekadenz, den grauen Panthern und dem rechten Flügel der CSU ist und, dass nur aus dem Grund, weil die ja bessere Strassen bauen wollen, wählen. (Siehe Punkt drei) Viele Mädchen die man fragt, finden das übrigens ziemlich dumm, dass die Jungen das machen…
Die zweite Sache ist auch sehr unergründlich: viele nehmen Schnupftabak (wenn Schnupftabak das richtige Wort ist. Auf jeden Fall sind das kleine Päkchen mit Tabak die man sich unter die Lippe klemmt.) Dadurch haben viele immer eine kleine Beule unter der Lippe und bei einem lächeln, lächelt eine vollgesabberte schwarze Masse mit. Mir tun nur die Freundinnen von denen Leid die, die Jungen mit diesem Tabak auch noch küssen müssen… Das Zeug schmeckt absolut nicht. Den Tabak den manchen Frauen benutzen kann man noch ertragen, den starken von den Jungen spuckt man aber als kleine deutscher Junge schnell aus. Man wird sogar richtig benommen davon und für 10 Minuten schwindelig. Werde ihn also nie wieder in einer Schulpause nehmen oder wie meine Austauschschülerfreund aus Thailand, der ihn drinnen hatte als ich ihn seiner Deutschstunde einen Vortrag über deutsche Traditionen gehalten habe und ich ihn danach fragte: „und hast du was verstanden?“ „Nein mann, aus zwei Gründen: Ich kann kein deutsch und wenn ichs können wurde auch nicht weil ich Tabak drinnen hatte und sich alles nur am drehen war.
Diesen Tabak kann man nur in Skandinavien kaufen und ist in Deutschland nicht legal. Werde aber grosse Mengen kaufen und am ZOB Minden dealen.

- Meine Gastschwester waren empört als ich ihnen erzählte, dass die Welt Trolle für typisch norwegisch hält. Sie glaubten vielleicht wir halten sie für hinterwäldlerisch nur weil sich deutsche Touristen kleine Trollpüppchen kaufen.

- Im Herbst ist Elchjagd. Bin mit dem Auto irgendwo lang gefahren und sah zwei vermummte Gestalten mit Gewehren im Graben liegen. Ich dachte mir schon: „Scheisse Krieg“ und ob ich nicht rufe solle: „nicht auf mich schiessen, ich bin auch deutsch, ein Landsamnn“ bis ich bemerkte, dass sie die Elche im Wald spannender fanden als uns. Und das würde ja deutsche nie tun, auf einen Elch schiessen, pfui, das sind doch so niedliche Tier(chen).

- Deutschland ist die Campingwagennation. In den Augen der Norweger jedenfalls. Halten es sehr Unterhaltsam, dass wir uns über Campingwagen aus Holland lustig machen.

- Den Krieg hat man den Deutschen inzwischen vergeben, nicht jedoch, dass sie Strassenschilder, die vor Elchen warnen, als Andenken stehlen.

- Top fünf der bekanntesten Deutschen Musik hier:

1. Rammstein
2. Nena
3. Schnappi
4. Tokio Hotel
5. Heino

Was müssen die über mich denken, wenn sie hören, dass ich Deutscher bin?

- Die Städte oder Länder aus denen ich komme, wenn es nach den Norwegern gehen würde:

- Dänemark
- Schweden
- Südnorwegen
- Egesund
- Bergen
- Stavanger

Das sind ein par Dinge die mir auf die schnelle Einfallen. In meinen Gedanken hüpft noch ein richtiger Knaller rum. Hoffe er hüpft bald mal in den genutzen Teil des Gehirns.

Sprachkurs


so nun wisst ihr das wichtigste :)

„Ich verstehe deinen Dialekt! Meine Mutter kommt auch aus Südnorwegen!“

oder auch: „Sagmal bist du eigentlich ein Däne?“ oder „Kommst du aus Bergen?!“
Diese Fragne bekomme ich öfter gestellt. Ein bisschen tragisch, da ich krampfhaft versuche den heimischen Dialekt hier zu sprechen, aber schön, dass die Leute mich nicht für einen Ausländer halten, gut Dänen sprechen praktisch norwegisch mit einer Kartoffel im Mund, gelten also nicht als Ausländer. Es gibt unüberschaubar viele norwegische Dialekte, die auch wirklich von allen gesprochen werden und nicht wie in Deutschland nur von der 120+ Generation. Hier in Trønderlag spricht man natürlich trøndersk, das teilweise total von den Schriftsprachen abweicht. (Gibt zwei Schriftsprachen, dazu später mehr) Deswegen schreiben auch alle ausserhalb von ofiziellen Zwecken auf Dialekt. Ein kleines alltagstaugliches Beispiel: „Ich komme nicht zu dir.“ auf der häufiger verwendeten Schriftsprache, „bokmål“: „Jeg kommer ikke til deg“ auf trøndersk: „Æ kjæm itj te dæ“ oder auch „I kjæm itj te dæ“ gibt nämlich zwei Dörfer die sich hartnäckig dagegen wehren „æ“ (wie ein langes a nicht ä! ä sagt man etwa drei stunden südlich hier) zu sagen und „I“ sagen. Sehr spassig, wenn man sofort erkennt dass einer aus einem der widerstänigen Dörfer kommt… Ein kleiner Junge hat mir mal hartnäckig versucht einen Satz auf dem „I“-Dialekt beizubrigen: „I hi hi i Lie hi i hi“ (Das ist jetzt kein Witz das ist echt ein Satz auf „Såsning“ ) Das bedeutet: „Ich mache Winterschlaf hier in Lierne (Dorf mit „i“). Wie gesagt ich gebe mir grösste Mühe den Dialekt zu erlernen, aber noch bin ich noch nicht als einheimischer Anerkannt… Nicht das es mit den zahlreichen Dialekten genug wäre gibt es wie erwähnt auch zwei Schriftsprachen: Zum einen Bokmål, dass von etwa 90% der Norweger geschrieben wird (aber nur von 20%, die alle in Oslo wohnen, gesprochen wird) Das ist dem dänischen sehr ähnlich, da Norwegen sehr lange von Dänemark besetzt war. Nachdem diese Besetzung vorbei entdeckten die Norweger, ihren Nationalstolz, grandiose Idee… Um den wirklich ausleben zu können musste natürlich erstmal dieses verdammte dänisch weg. Ein junger Mann machten den, in meinen Augen sehr wagmütigen, Versuch alle norwegischen Dialekte zu einem zu vereinen, um damit das dänische als Schriftsprache zu ersetzen. Heraus kam „nynorsk“ (neunorwegisch) und ein inzwischen 160 Jahre langwährender Streit zwischen den Anhängern der beiden Sprachen und ein Haufen spassiger Gesetze: Quoten für fernsehen, Radio und Zeitung, wie viel nynorsk gebracht werden muss, und alles nur um den Dänen eins auszuwischen. Welche Sprache man schreibt (nicht zu verwechseln mit Sprechen! nynorsk sprechen tut kein Svein. Svein ist nicht schlechte deutsch sondern ein norwegische Vorname…) hängt von den Eltern ab! In der Schule muss man beide Sprachen lernen, sodass Norweger praktisch auf drei verschiedenen norwegisch Arten schreiben können (bokmål, nynorsk und ihrem Dialekt) Wenn ein Kind in einer Schulkasse ist, dass nynorsk von Haus aus ist, müssen alle ofiziellen Schreiben in dieser Klasse, „zweisprachig“ sein. Man muss Briefe generell auf der Sprache beantworten auf den man sie bekommen hat. Das Intelligenteste an der Sache ist, dass beide Sprachen sich sehr ähnlich sind. Nynorsk ist ein bisschen weiter vom deutschen weg aber inzwischen kann ich es genauso gut wie bokmål verstehen. Unterschiede sind zB: Norge und Noreg, ikke und ikkje (nicht) aber auch grössere wie hvordan und korleis (wie) oder Hvorfor oder Kvifor (warum)
Naja zum Glück darf ich bokmål schreiben wenn meine Klasse wiedermal unter grossem stöhnen zum nynorsk schreiben aufgefordert wird.
Bestimmt seit ihr jetzt ganz verwirrt, glaubt mir das bin ich auch öfters.
Natürlich gibt es ja auch noch die samische Sprache, die garnichts mit dem norwegischen zu tun hat. Viele können sie nicht, aber alle Samen, die wollen können sie in der Schule lernen. Ich lebe in einer der südlichsten Regionen indenen Samen leben. Ich habe einen Freund in meiner Klasse der samisch kann und das zu Hause auch teilweise spricht. Aber auch samisch ist nicht nur eine Sprache, sondern viele, die sich untereinander stark unterscheiden. Aber zu den Samen und ihrer Sprache an anderer Stelle mal mehr, das ist ein sehr spannendes Thema und ich hoffe bald kann ich meinen Freund mal besuchen, der hat eine Rentierfarm und wenn man ihn fragt was er am Wochenende gemacht hat sagt er: „Sind ein par Rentiere ausgebuchst und ich habe sie mit dem Lasso wieder eingefangen…
Naja ich find das Sprachwirrwarr hier sehr spannend und dachte ich schreibe da mal rüber. Bald kommt dann aber auch (hoffentlich) ein Beitrag was ich sonst so mache, wenn ich nicht mit „flatlandern“ Dänen verwechselt werde und ein Bericht über die Schule hier. :)

Ihr habt es vermutlich mitbekommen – es war Weihnachten. Wobei man hier in Norwegen sagen muss, es IST immer noch Weihnachten. Die Norweger wissen nämlich wie man das Fest längst möglich ziehen kann. Das geht so: Der heilige Abend ist „Julaften“ der Tag davor ist der „lille Julaften“ also „kleiner Heiligabend“ der 22. Dezember ist der „lille, lille Julaften“ Man kann es eigentlich immer so weiter führen aber üblicherweise benutzt man nur zwei oder drei „lille“. Nicht, dass das genug wäre gibt es statt zwei Weihnachtsfeiertagen sechs, also bis Silvester. Also die gesamte Weihnachtszeit war sehr schön. Ein par Tage vor Weihnachten sind meine Gastbrüder nach Hause gekommen, die sonst am studieren in Trondheim und in Polen sind, sehr nett die mal näher kennen zu lernen. Beide sind sehr nett und auch die Freundin meines Gastbruders, die öfters da ist verstehe ich mich super. (Leider ist ihre kleine Schwester, mit der ich zwei Kurse zusammen habe, vergeben :D ) Die Tage vor Weihnachten waren teilweise sehr ermüdend, weil wir tagelang (Ja von Sonnen- aufgang bis untergang) durch die Stadt geirrt sind um Weihnachtgeschenke zu finden. Wobei es mein Gastvater den Geschnkesuchenden es immer sehr leicht macht: Er zeigt seiner Frau in einem Baumarktkatalog, welche Sachen er möchte , die Frau kauft die Sachen und verteilt sie dann an die Familie und die schenken sie dann. Gut so kann man es machen, bekommt man wenigstens keine Krawatten (wie ich hier…) oder so ein Zeugs. Ein Höhepunkt war sicher das Weihnachtsbaum jagen, ne suchen, im Wald. Der Vater der Freundin meines Gastbruder besitzt nicht zu knapp Wald und so sind wir eines Morgens (ich weiss auch nicht wieso so früh -.-) mit der Säge los um einen hübschen Baum zu finden. Das war ein schönes Erlebnis, wenn man davon absieht, dass man ständig irgendwo Schnee rein bekommt und meine Familie mir das Privileg übertrug den Baum zurückzuschleppen… Nein, nein das war ok gab ja ein schönes bild:

Am lille Julaften haben wir dann traditionell „rysengrynsgrøyt“ (Milchreis) gegessen, indem eine Mandel versteckt war und wer die Mandel findet gewinnt einen Preis. Nette Tradition, die jedoch dazu führt, dass gewisse Familienmitglieder schummel und versuchen, sich die Mandel extra zu nehmen, was ja auch garnicht so dumm ist, aber für einen Austauschschüler ziemt sich so etwas natürlich nicht…
Am Heiligenabend fehlte es dann doch, dass wir nicht in die Kirche gegangen sind, weil dann die fest Zeremonie ja einfach plötzlich begann und man eigentlich den ganzen Tag zu Hause sitzt und darauf wartet, dass es los geht. Zu erwähnen wäre noch, dass es beim Weihnachtsfrühstück Elchzunge zu essen gab – mein Weihnachtsgeschenk, das ich von meiner Kontaktfamilie bekommen habe… Schmeckt wie alte Lebewurst und irgendetwas anderem nicht erklärbaren, aber echt heftig ist wie lang die Teile sind…

und ich dachte meine Zunge wäre lang. (Ist sie echt, muss ich euch mal zeigen :D ) Der Heiligabend war dann aber trozdem sehr, sehr schön auch wenn natürlich das Gefühl wie zuhause nicht ganz da war. Zu essen gab es „Ribbe“ was die meisten Norweger am Heiligenabend essen. Das ist eine bessere und feinere Ausführung von Spareribs, oder in etwa auf jeden Fall. Ein verdammt gutes Essen. (Aufpassen Niklas, jetzt nicht in Essenschwärmereien verfallen…) Zum Nachtisch hatten wir Moltebeeren, das sind Beeren die sehr schwer zu finden sind und jede Familie hat ihren eigenen geheimen Platz. (Hehe ich weiss den meiner Familie aber ich darf ihn nicht verraten…) Dann bekam noch jeder ein bisschen Aquavit (norwegischer Schnaps der auf einem Schiff der Aquator überquert hat, wieso er das macht? Gute Frage? ) Danach war dann Bescherung und es gab ziemlich viele Geschenke auch von meinen Nachbarn und Onkeln und Tanten, wobei ich absolut nicht weiss wer mir jetzt was geschenkt hat. Naja aber alzu gut scheinen mich die Menschen nicht allzu gut zu kennen weil ich Dinge wie Parfum, Hemden und Krawatten bekommen habe. Gab aber auch brauchbare Dinge wie einen Handball oder Skikleidung. Lustig war auch, dass die ganze Familie samt der 85 jährigen Grossmutter, um den Weihnachtsmaum getanzt sind und Lieder gesungen haben. Darf das Video aber nicht in das Internet stellen, sonst bringt mich meine Gastschwester sicher um :D Der schönste Tag in der Weihnachtszeit war der erste Weihnachtsfeiertag. Da waren wir bei unser Hütte und sind auf dem zugefrorenen See (der ziemlich gross ist, ich weiss auch nicht ob es ein oder mehrere Seeen sind… Schreibt man Seeen mit drei eee? Da machen es die Norweger aber einfacher die sagen einfach „Vann“ = „Wasser“ zu einem See)
Das war wunderschön. Die Landschaft war toll und das besondere Licht, das es hier im Winter gibt, wenn es denn hell ist, machten den Tag ungevergesslich. Auch das versuchte Skispringen von den Inseln runter und das Kakao trinken in der Hütte danach waren super. Es gibt nichts besseres als in einer eingeschneiten Hütte vor dem Ofen zu sitzen.
Hier ein Bild von mir und meiner Familie auf Skiern und ein Bild nachdem ich versucht habe von einer Insel runterzufahren. (Hab ich immmer noch Schmerzen von…)

Kristin, Anders, keine Ahnung hat sich irgendwer auf das Bild geschschmuggelt, mein Gastvater, Ingrid (nicht auf dem Bild sind Håvard der bei seiner Freundin war und meine Gastmutter die hat das Bild gemacht.)

Der Tag danach war dann eher langweilig: den ganzen Tag mit Verwandten im Haus sitzen und essen. Am dritten Weihnachtfeiertag also am Sonntag waren wir dann noch mal Langlaufski fahren. Es macht wirklich Spass vorallem in der tollen Natur, nur ich glaube die Norweger fragen sich immer „warum kann der Junge da in dem Alter denn noch nicht ordentlich skifahren?“. Ich glaube ich bin beim Langlaufski fahren öfters hingefallen als beim Abfahrtski fahren am Montag, das sehr toll war, auch dass ich festgestellt habe, dass ich inzwischen auch gesprochenes schwedisch ganz gut verstehe. Also wir waren in Schweden, wo das grösste Skigebiet Nordeuropas ist. Am Abend war ich dann auf einer norwegischen Party, die nicht ganz wie eine deutsche Party war. Den ganzen Abend hat die Band nur norwegische Swing Musik gespielt und die Leute haben Swing dazu getanzt. Glücklicherweise ist das für den Mann nicht allzu schwer, sodass die Norweger hoffentlich nicht denken, dass alle Deutschen schlechte Tänzer sind. Was ja auch das schlimmste wäre was man über Deutsche denken kann… Norweger auf einer Party sind das genaue Gegenteil von Norwegern im nüchternen Zustand. Sie reden viel, kommen auf dich zu, quatschen dich voll und umarmen einen sogar! Ja der Alkohol wärmt die kühlen Norweger doch ein bisschen auf, was auch dazu führt, dass alle den ganzen Abend versuchen mit dir deutsch zu sprechen und es leider aber garnicht können, aber trotzdem sehr lustig.
Am Dienstag und Mittwoch (fünfter und sechster Weihnachtsfeiertag, auch da ist es noch üblich sich „God Jul“ frohe Weihnachten zu wünschen) habe ich dann nicht viel gemacht ausser Training und einen Freund treffen.
So war Weihnachten morgen kommt dann Silvester. Ich glaube das wird so wie in Deutschland, wobei man hier keine Raketen kaufen kann, die sind verboten. Ich werden dann morgen Berliner backen, natürlich einer mit Senf gefüllt, und meine Familie ist schon am überlegen, wie sie es anstellen, dass eine von unseren Nachbarn den mit Senf bekommt und nicht wir…
Inzwischen ist hier richtig super Wetter, meistens um die -10 Grad und sehr viel Schnee, über einen halben Meter. Das gefällt mir gut, weniger gut gefällt es mir beim Training von Schneepflug beinahe mit dem Schnee verwechselt zu werden… Hier ein Foto von unserem Garten:




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